Beeinflussung und Manipulation in sektenhaften Gruppen


Beeinflussung ist etwas Alltägliches. In der Erziehung, durch Freunde, in Werbung und Verkauf, in der Politik – ständig sind wir Beeinflussung unterworfen. Diese Beeinflussbarkeit erfüllt wichtige Funktionen in den Beziehungen zwischen Menschen. Beeinflussbarkeit ist auch Voraussetzung für das koordinierte Handeln von Einzelnen in einer Gruppe. Ein Individuum gehört in verschiedenen Lebensabschnitten gleichzeitig unterschiedlichen Gruppen an und ist somit auch unterschiedlichen Ansichten und Wertvorstellung ausgesetzt: Familie, Freundeskreis, Arbeitsteam, Vereinen, Kurs- und Schulklassen, Quartiergemeinschaften usw. Im Idealfall herrscht zwischen den verschiedenen Loyalitäten ein wechselndes, aber letztlich ausgewogenes Verhältnis. Sekten reduzieren die komplexen Verflechtungen in eine „Einfachverstrickung“ und verengen das Leben dadurch extrem. Sektenhafte Gemeinschaften sind Gruppen, die im Erleben ihrer Mitglieder wichtiger sind als alle anderen Gruppen, denen diese Mitglieder ebenfalls angehören. Unlautere Beeinflussungstechniken in sektenartigen Gruppen verlaufen meistens in verschiedenen Phasen, aber dienen hauptsächlich dem Zweck, neue Mitglieder zu gewinnen, die Mitglieder einzubinden, die Mitglieder längerfristig zu binden und die Mitglieder am Austritt zu hindern.

Literatur

  • «Die Psychologie des Überzeugens. Ein Lehrbuch für alle, die ihren Mitmenschen und sich selbst auf die Schliche kommen wollen», Verlag Hans Huber : Bern, Göttingen, 1997 (Cialdini, Robert B.)
  • «All Along the Watchtower», Vandenhoeck & Ruprecht (V&R unipress), Göttingen, 2007 (Deckert, Bruno)

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